Kokopelli, oder ... die andere Geschichte

Eigentlich ist Kokopelli eine bekannte Figur aus der indianischen Kultur, die im Süden Amerikas angesiedelt ist. Hier wird von ihm erzählt als den „Tradesman“, der von Dorf zu Dorf zog, sein Erscheinen mit Flötenspiel ankündigte und neben dem Verkauf von Waren auch noch die Damen beglückte. Aber …


Ich kenne eine andere Geschichte, die mir ein indianischer Freund erzählte und die dazu führte, dass mir Kokopelli ganz viel bedeutet. Ich möchte sie Euch gern weitergeben. Es gibt so viele Tribes und zumeist bedeuten deren indianische Namen „Leute“, „Kinder von …“ oder „Volk“. So nennen sich beispielsweise die Navajo selbst Diné (Volk), oder die Crow-Indianer Apsáalooke, Absaroka (Kinder des großschnäbligen Vogels – oft als Rabe oder Krähe interpretiert). In meiner Geschichte ist dieser Vogel keine Krähe … und den Namen Krähen bekamen die Absaroka von ihren Feinden, den Lakota, die sie die „Schlangen“ (Sioux) nannten. 

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Die Leute lebten in einem Tal in den Rocky Mountains. Das Tal war wunderschön, aber das Sonnenlicht erreichte die Leute nie, es war immer dunkel. Das Reich der Bergspitzen gehörte dem Adler und dieser war mächtig und beanspruchte das Sonnenlicht für sich allein. Weil nun kein Sonnenlicht bis in Tal drang, wurden die Leute nach und nach traurig und krank. Sie überlegten was sie tun könnten und beschlossen, ein paar mutige Krieger auf die Berge zu schicken. Diese sollten mit dem Adler verhandeln und um Licht bitten. 

Als diese Abordnung losgehen wollte, stand plötzlich Kokopelli vor ihnen, eine kleine, unscheinbare Grille. „Lasst mich mitgehen, ich kann euch helfen!“ sagte er. Die Krieger lachten ihn aus, was wollte dieser Winzling schon ausrichten. Aber Kokopelli bat erneut und immer wieder darum, mitkommen zu dürfen und so nahmen sie ihn mit. 

Oben auf dem Berg angekommen, trafen sie auf einen sehr wütenden Adler. „Was fällt euch ein, in mein Reich einzudringen. Das ist nicht erlaubt. Ich werde Euch alle töten!“ er zog Pfeil und Bogen aus seinem Gefieder. Die Krieger erschraken und wollten wieder gehen. Da ertönte die zarte Stimme von Kokopelli: „Adler, bist du bereit für einen Deal? Du kannst auf mich schießen und wenn du es schaffst, mich zu töten, dann hast du deine Rache. Aber du lässt die Krieger wieder nach Hause gehen. Schaffst Du es aber nicht, lässt du uns alle gehen und gibst uns Sonnenlicht mit ins Tal!“ Der Adler schüttelte sich vor Lachen und grinste nur „Ok, Deal!“ Er legte auf Kokopelli an und schoss seinen Pfeil ab. Dieser traf Kokopelli und verwundete ihn tödlich. Da geschah es, das die kleine Grille anfing zu zirpen, zu singen, und die Wunde begann, sich zu schließen. „Das gibt es doch gar nicht!“ rief der Adler und schoss erneut. Wieder wurde Kokopelli tödlich verwundet, aber erneut sang er sein Lied und die Wunde heilte. Nun musste der Adler sein Wort halten und die Krieger konnten zu ihren Leuten ins Tal zurück und brachten das Sonnenlicht mit. 

Noch heute leben die Leute in ihrem Tal, es ist hell und wunderschön dort. Kokopelli, die kleine Grille, wird verehrt als „der Heiler durch Musik“. 


Ich liebe diese Geschichte. Zeigt sie doch auf, dass Musik heilen kann. Und ja, genau dieser Meinung bin ich. Kokopelli ist unter und auf meiner Haut und bedeutet viel für mich. So erklärt sich auch mein Logo :-)



Eure Konni